Freitag, 1. August 2014

NEYTIRI und die moderne Kriegsführung

Liebe Freunde, wie ihr vielleicht wisst, habe ich mir seit dem es in Wien endlich wieder die Möglichkeit gibt sich gescheite Ruten aufbauen zu lassen, die ein oder andere Waffe gegönnt. Material hat man ja schließlich genug im Tacklekeller über die Jahre angesammelt, seien es Blanks, Ringe, Rollenhalter usw.
Schon seit Jahren spukt mir der Gedanke im Kopf DIE ultimative Wallerspinrute zu finalisieren.


Die Eckdaten klar im Fokus, blitzschnelle, brettharte Aktion, nicht über zwei Meter Länge, japanische Fuji NSG Beringung, Alps Triggergriff, over/under gewickelt...keine Kompromisse! Fündig wurde ich bei der Blanksuche bei einem langjährigen Herzensfreund von mir, ohne dem ich meine Fischerei sicherlich nicht so exzessiv ausleben könnte wäre er nicht, einen Dank an dieser Stelle. Er, seines Zeichens leidenschaftlicher Tacklesammler, brachte mir geschätzte 20 Blanks im Bündel zur Ansicht mit dem Rat, mich einfach mal inspirieren zu lassen. Das tat ich dann auch :D !



Lauter edle Blanks, einer schöner und sinnlicher wie der andere, jedoch DER Ultimative war auf den ersten Blick nicht dabei. Doch dann war da noch ein unscheinbares Rutenrohr dabei mit der Aufschrift HARRISON. Wie cool ist das denn bitteschön? Zweiteilig und in einem AVATAR Blauton gehalten. Zugegebenermaßen, ich bin kein Fan von Zweiteiligen, aber was dann kam überzeugte mich auf ganzer Länge. Bretthart, ultraschnell, eine noch nie gesehene Wanddicke kombiniert mit einer Biegekurve unter Volllast wie die Karlskuppe in Wien - großes Kino. DIE wird es!


Noch kurzes Checken der Zubehörteile und ab zum Rutenbauer meines Vertrauens TACKLE SPECIALS, mit der Bitte um einen vernünftigen Stock als Endergebnis. Gesagt, getan, für fantastisch befunden! Die Avatarkriegerin ist einsatzbereit - NEYTIRI wurde sie getauft und hat mir den ultimativen Donauwaller ins Boot gewuchtet, ein Bericht dazu werde ich bei Zeiten nachschießen - eines sei gesagt -


ES KOMMT ETWAS GROOOOOOOOOOOOOOSSES AUF EUCH ZU - nicht nur fischtechnisch ;) !!

Ciao, euer LUKAS "LUKE" STÖSSER


Freitag, 18. Juli 2014

AVET REELS

Als bekennender Tacklefetischist habe ich selbstverständlich eine Unzahl an Multirollen in den Händen gehalten und gefischt. Jede Marke hat so ihre Stärken aber leider auch ihre Macken. Als ich aber vor Jahren bei der Planung eines Nilbarschtrips über eine damals noch recht unbekannte Rolle aus den Staaten stieß, ging für mich die Sonne auf. Klein, cooles Design, Powerhandle, unzerstörbar, ausreichend Bremsraft um damit im Notfall ein Auto abzuschleppen...klingt nach einem klaren Kauf!

Die Rede ist hier von AVET Rollen, in Amerika das Maß der Dinge wenn es darum geht kapitale Meeresräuber an die Wasseroberfläche zu pumpen, ohne Rücksicht auf Verluste. Haken setzen, Bremse zuschrauben, Bizeps auf Spannung und einmal nach hinten fallen lassen bitteschön ;) - der feuchte Traum vieler Amis und Japaner.

Welche Größen machen für mich Sinn? Freilich keine BigGame Geräte, aber Avets Portfolio lässt auch in der entgegengesetzten Richtung, nämlich "SMALL IS BEAUTIFUL" keine Wünsche offen. Hier bestechen die Modelle SX, MXL und neu im Sortiment, die ganz kleine SXJ. Wie kann ich diese Rollen in mein Setup integrieren, wo machen sie "bella figura", wo bin ich damit vielleicht einen Schritt voraus, all das waren meine Gedanken.

Nach ein paar Überlegungen fiel die  Wahl auf ein paar SX 5.3 und als Zuckerl die SXJ 5.3 für die feine Klinge. Man kann sagen, die Avet SX kann alles was eine AbuGarcia Ambassadeur kann, nur halt eben BESSER :). Avet verspricht die gleiche Schnurmenge wie Abu, nämlich 200m/20lbs - im echten Leben fasst die Avet aber um einiges mehr. Ich habe dieses Modell an meine Waller-Bootsruten geschraubt und möchte sie keinen Tag mehr missen, auch zum Abspannen auf mittlere Distanzen kann die SX punkten, wenn es aber um echte Distanzen geht, fiele meine Wahl eindeutig auf die etwas größere Schwester, die MXL mit 330m/20lbs - hier gibt es nichts Besseres!

 Nun zur kleinsten Rolle im Hause Avet, die SXJ. Out of the Box denkt man anfänglich an einen Anhänger für eine Halskette, aber weit gefehlt. Dieses kleine Kraftpaket ist ein echtes Biest! Überall an den kritischen Stellen genug Fett, wie es sich für eine Salzwasserrolle gehört. Eine Bremskraft von 14 lbs traut man ihr auf den ersten Blick niemals zu, erstklassig. Ich habe mir gedacht dass dieses Teil die ultimative Rolle zum Klopfen und Vertikalen auf Waller sein muss, und ich habe mich nicht getäuscht, besser geht es nicht, nur anders vielleicht.

Weit aus dem Fenster gelehnt wage ich zu behaupten dass Avet Rollen mit Abstand das beste Preis-/Leistungsverhältnis in dieser Liga bieten und wenn ihr schon lange überlegt habt, welche Rolle den nun auf euren Ruten thronen soll, dann werft einmal einen Blick auf die Marke AVET!

Zu beziehen bei der Firma Tackle Specials in Wien TACKLE SPECIALS - beruft euch ruhig auf mich, was dann allerdings passiert, dafür gebe ich keine Gewähr ;)

Ciao,

euer LUKE

---

Mittwoch, 2. Juli 2014

CTS - DIE Zanderrute

Liebe Freunde!

Ich konnte wieder einmal nicht widerstehen. Ein lieber Freund von mir hat mir einen ultrafeinen CTS Blank geschenkt, was tun? Nachdem meine MajorCraft DAYS letzte Saison beim Gefechtler am Boot gebrochen ist, nichts einfacher als das. Ringe von der gecrackten DAYS runter, immerhin FUJI Sics und alle verwertbaren Teile ins Feibra-Sackerl und auf zum lieben Rutenbauer ums Eck.


Da gibts jemanden im 16. Bezirk, so sagt man, lustiger Spruch und welt Schmäh, also rein ins Auto und die Teile abgeliefert mit der Bitte mir doch einen neuen Zauberstab für die Donau zu wutzeln, danke und wieder raus. Optisch bitte an die DAYS angelehnt.


Nach zwei Wochen dann der Anruf: "Luke, OIDA, dei Steckn is fertig, schaut möööörderisch aus."


Nach 36 nicht enden wollenden Minuten später war ich vorort und habe die Rute in Empfang genommen, und er hat nicht übertrieben. GEIL, SEHR GEIL, SUPERGEIL!!


Wer sich mit feinen handgemachten Ruten zum Topkurs etwas Gutes tun will, schaut beim Rudi vorbei. 
Zu finden im Netz unter: www.tackle-specials.com



Cheers LUKE
---

Kinder, SIE RENNEN!

Liebe Freunde der gepflegten Raubfischangelei. Nach zwei relativ starken Hochwasser innerhalb nur eines Monats kann man sich vorstellen wie es im Donaustrom fischtechnisch aussieht. Wallertechnisch war der Frühling unpackbar, ich hatte das Glück an nur einem Tag 18 Waller zu überlisten (der Größte hatte 1,40m), dazu werde ich aber in einem späteren Post berichten. Die Zander wollten von meinen Baits nichts wissen (wir reden hier von RICHTIGEN Fischen, nicht von Probierspazerln, denn die fängt man eigentlich regelmäßig).

Dann die elendig lange Schonzeit! Diese wurde stilsicher mit der Centrepinrolle beim Pirschangeln überbrückt.

Und Anfang Juni, wie jedes Jahr, sobald die ersten Sommertage einfallen, sind auch die stacheligen Freunde in Wurfweite, coole Sache. Dieses mal in der harten Hauptströmung an einer vor Jahren gut laufenden, mittlerweile vergessenen Stelle (danke Joe). Und nicht nur Zander, sondern auch wieder ein Wels fand den Weg in das Netz. Dieser war aber schon ziemlich "erfahren" was den Umgang mit anderen Räuber betrifft. Hergerichtet von scharfen Zähnen dass einem das Lachen vergeht, aber, gut genährt und voller Energie.
Man kann sagen, SIE RENNEN ;) - auf ans Wasser!


Cheers so far,

Luke
---

Auch einen Nachruf muss ich leider tätigen. Mein langjähriger Angelpartner namens NITRO hat den Weg nach Germanien gefunden und mich verlassen, ich bin über den Verlust noch nicht ganz weg, manchmal reisst es mich noch aus den nächtlichen Träumen und ich denke an die wilden Ritte, bei denen wir gemeinsam die Donau durchpflügt haben. Aaaaaber, tauglicher Ersatz ist im Anmarsch.
Wie man mich kennt, KEINEN SCHRITT ZURÜCK :D !


Mittwoch, 19. März 2014

So schauts aus !

Wieviele Stunden, besser gesagt Tage, Wochen, habe ich versucht die 50er Marke im Donaustrom zu knacken, ohne Erfolg. Immer hart am Fisch, aber auch immer knapp vorbei am Ziel, nämlich dem ultimativen Großbarsch! Heute war es so weit, aber so richtig!


Stundenlang habe ich meine Gummiköder an diesem Tag durchs Wasser gepeitscht, kein Kontakt. Kilometerweise FC Schnur geknotet, einen Mittelklassewagen wertmäßig im Wasser versenkt, alles vergeudete Liebesmühe. Kann es sein dass die Spots schon im zartesten Frühling verbrannt sind? Fischer sind ja schon haufenweise unterwegs und man hört von etlichen (leider) entnommen Zandern. Gut möglich dass die Spots noch nicht "neu" belegt sind und die großen Raubfische weit unten in ruhigeren, strömungsärmeren Bereichen stehen? Man weiß es nicht, soviel steht fest. Mit herkömmlichen Mitteln nichts zu machen.

Zur Info, mein Revier gliedert sich in zwei Teile, OBERHALB und UNTERHALB eines Kraftwerkes. Meine Suche nach Fisch beschränkte sich dieses Jahr auf den unteren Teil, mein Fehler! Der obere Teil ist seit November tot und ich trau mich sagen, nahezu unbefischt weil äußerst unsexy zu dieser Jahreszeit. Aber was spricht dagegen? Ein paar Würfe gehen auch hier immer, nur seit dem Hochwasser 2013 liegt ein riesiger Baum direkt am Sattel und inhaliert jeglichen Kunstköder erbarmungslos weg. NO PAIN - NO GAIN. Bait montiert und ab damit in die Tiefe. Ahaaaa der schmale Schotterstreifen ist noch da, die großen Donausteine auch, wunderbar! ....und JAWOHL der Baum knotzt auch noch da wo er immer war, Hänger vom Feinsten, Abriss, das macht Laune!

Spaß muss sein, neuen Köder gewählt, etwas leichtere Grammatur und in die Tiefe damit. Wieder vorbei am Schotterstreifen, Donausteine und schnell über das Ködergrab heben, .....JA passt, steinharter Sand hier geht sicher etwas. Kaum den Gedanken fertig gesponnen schlug es schon mächtig in der Rute ein. Sicherlich ein guter Zander, fette Fluchten in die Tiefe und agressive Kopfstöße, so startet man eine Saison, NUR SO!! Leichtes Zittern in den Knien als dieses MONSTER zum ersten mal auftauchte, den Köder wunderschön im Maul. Jetzt nur keinen Fehler machen, das ist der Lebensbarsch aus dem Strom. Nur im Milimeterbereich am 50er vorbei, so kann es weitergehen. In Anbetracht der Zeit, die ich schon aufgewendet habe um auch nur ansatzweise einen ähnlichen Fisch aus dem Donaustrom zu bekommen, war das eine leichte Übung.
Zur richtigen Zeit am richtigen Platz.
Wie so oft im Leben :D


....mit einem gaaaanz großen Grinsen im Gesicht,

LUKE

Rute:     GLOOMIS CBR 843 Cranking Series
Rolle:    SHIMANO Conquest 51 supertuned
Line:     YO ZURI Hybrid 8lbs
---

Donnerstag, 13. Februar 2014

TACKLE-LIMBO mit FOX

Die Saison 2014 ist aufgrund des nicht vorhandenen Winters ja gottseidank schon im vollen Gange. Die Seen sind offen und Schnee ist weit und breit keiner in Sicht, weltklasse!

Mein Tackle hat letztes Jahr am Boot sehr gelitten, viele Rutenbrüche bei Ruten von denen ich an sich begeistert bin, viele Kampfspuren und Kratzer an den unvorstellbarsten Stellen. Was nützt mir eine 500 Euro+ Rute wenn sie für den harten Einsatz am Wasser nur begrenzt geeignet ist bzw. mir jeder kleine Kratzer im Herz schmerzt? Dann auch noch für jedes Einsatzgebiet was Passendes.

An sich bin ich ja ein Fan von erstklassigem Tackle, weil ich meine Zeit gerne mit exzessivem Fischen und nicht mit Ärgern verbringe. Gerne darf die Rolle ein paar Grüne mehr kosten wenn der ein oder andere Meter beim Wurf drinnen ist, oder man im Bedarfsfall einen Klein-LKW mit der Rute abschleppen kann – klare Kaufargumente für mich, wie bei Uhren die 1200m wasserdicht sind!

Ich habe mir für die Saison 2014 ein Motto gesetzt, nämlich Tacklelimbo, „LEAN-fishing“ wenn man so will oder eben, „how low can you go“? Sicher ist es lustig mit 1000 Euro Rollen und 500 Euro Ruten den Fischen nachzustellen aber genau da möchte ich heuer ansetzen. Schon seit einiger Zeit beschäftigt mich diese Thematik und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man auch mit wenig Budget richtig gute Ware kaufen kann. Man muss nur wissen auf was es ankommt beim Tacklekauf.

Ein breites Lächeln hat mir ja bereits die Shimano Chronarch 51E im Dezember letzten Jahres ins Gesicht gezaubert, welche für relativ kleines Geld richtig was her macht. Jetzt war es an der Zeit nach einer passenden Ergänzung in Gestalt einer Rute zu suchen.

a85d14b3-6f46-4f15-b563-9f116f029531_zps14cea6b9

Fox hat ohne Zweifel beim Marketing im Angelgerätesektor die Nase vorne. Unzählige Geschäfte führen die bekannte FOX RAGE Serie mit all ihren durchgestylten Taschen, Boxen, Kunstköder und und und… Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Raubfischtackle von FOX sind zugegebenermaßen auf wenige Ruten beschränkt, aber es spricht nichts dagegen seine Fühler auch mal in diese Richtung auszustrecken. Oft sind sie mir ja schon in diversen Angelgeschäften ins Auge gesprungen.

64045b24-411a-4df5-9454-e559d4a8c892_zps3abfb5ca

Beim Besuch der iFish in Tulln haben sich dann per Zufall unsere Wege gekreuzt. Genauer gesagt handelt es sich um die FOX ULTRON Twitching Cast Finesse (WG: 5-25 Gr.) Serie. Weiße Applikationen gepaart mit einem schnellen, glänzend schwarz lackierten Blank, der im eigentlichen Sinne keine Wünsche offen lässt. Die neun TOP gebundenen Ringe sind ausreichend für eine Rute in dieser Länge (1,80m) – der Griff ist abnehmbar und drückt somit die Transportlänge auf angenehme 148cm ohne auf die Vorteile eines einteiligen Blanks verzichten zu müssen – tolle Sache, so kann man arbeiten!

6e1633fc-13e8-4ba0-a2c2-ef596fb5ce80_zps8a5bb02b

Was den Preis angeht, so kann ich sagen dass man bei der Konkurrenz wenig Brauchbares findet. Angefangen von schlecht lackierten Ringen, ausbrechenden Ringeinlagen, wackelnden Steckverbindungen und so weiter… Wenn man ein bisschen stöbert bekommt man die Ruten schon deutlichst im UHU (unter hundert) Bereich.

5e19a0b3-b381-4413-a4ce-61947bf67843_zpsdc4927cd

Somit ist meine offizielle Bootscombo für heuer die FOX Ultron Twitching Finesse gepaart mit einer Shimano Chronarch 51E. Ich werde sie auf meinen Trips fischen und auch am Bassboat nicht schonen. Es wird ein Jahr lang getestet und gedrillt auf Biegen und Brechen, ich halte euch auf dem Laufenden!


Donnerstag, 5. Dezember 2013

KLEIN, WEIß, GEIL !!


Hy Freunde!

Lange habe ich nach einer kleinen Baitcaster gesucht die optisch was her macht, technisch am neuesten Stand ist und eine brauchbare Übersetzung (6.4:1) aufweist, und wie es der Zufall so will läuft mir diese Woche die Shimano Chronarch 51E über den Weg. Für verhältnismäßig kleines Geld dachte ich mir kann nichts schief gehen und heute läutete es mich in aller Früh aus den Federn...die Post...Paket für Sie!
Also, Zähne putzen, ondulieren (Optik muss passen, excuse me!) dann das Schweizer ausgepackt um die neue Reel zu befingern. Yes, da ist schon der grün/schwarze Karton, schnell aufmachen und da ist sie schon, meine neue Errungenschaft, die Chronarch 51E.


Gleich vorweg sei gesagt ich habe sämtliche Shimano Baitcaster in meinem Arsenal und kann daher das ein oder andere Modell zum Vergleich heranziehen um euch ein neutrales Feedback zu geben.
Weg mit der Plastikfolie und das erste was mir auffällt ist das Gewicht, macht einen massiven Einruck für eine Baitcaster der Größe 51/50, die erste Kurbelumdrehung verrät mir, daß zuviel Fett in der Rolle und in den Lagern ist. Ich drücke die Freilauftaste um den Freespin "out of the box" zu testen aber auch hier ein bescheidenes Ergebnis! You get what you pay for? Shimanorollen, meine treuesten Begleiter seit Jahren, und jetzt sowas?

Ok, cool bleiben, die Rolle kostet roundabout 200 Taler, meine Vergleichsbomber gut das Doppelte - also alles noch offen.
Nochmal zum Gewicht, 196 Gramm um genau zu sein, mit Tendenz zur Handleside. Da fällt mir ein, ich habe ja noch irgendwo in den Tiefen meines Rollenschranks ein unverbautes ZPI (jap. Rollentuner) Carbon-Tuninghandle, das sollten für die kleine Shimano ganz gut passen, und das tut es auch. Jetzt liegt sie schon mal sehr angenehmt in der Hand, hervorragend! Aber kommen wir zum wichtigsten Punkt, nämlich der Performance. Der Freespin ist nicht das Gelbe vom Ei und auch das Kurbeln kann man nicht wirklich als "smooth" bezeichnen, eher schwergängig. Kurzerhand habe ich die Rolle grob in die Einzelteile zerlegt um meinen Verdacht zu bestätigen und so war es dann auch. Im Inneren viel zu viel Fett, da denken die Leute vom Werk erbarmungslos an die Sicherheit des Produktes. Mit wenig Handgriffen ist dieses "Problem" beseitigt und man merkt beim Kurbeln schon mal eine deutliche Verbesserung.

Normalerweise kenne ich Fett in Kugellagern nur bei Meeresrollen oder Großfischrollen und da ist unsere kleine Weiße sicher nicht zu Hause. Man kann deutlich sehen wie das weiße Fett aus dem Inneren der Lager quillt, deshalb habe ich die Zwei (eins in der Sideplate und eins im schwarzen Cap an der Handleside) sorgfältig ausgebaut um ihnen ein lauwarmes Aceton Bad zu gönnen. Ich drehe die Kugellager in der Flüssigkeit sodass auch das Innere schön sauber wird und das Fett verschwindet. Nach ein paar Stunden im Bad beschleunige ich die Lager dann auf einem Stab um die einwandfreie Funktion zu testen und die Rückstände zu beseitigen. Jetzt noch minimalst ölen und ab dafür! Eines muss ich ehrlich gestehen, die neuen ARB Lager sind von Haus aus schon fantastisch, kein Grund hier irgendetwas weiter zu tunen oder gar an andere Bearings zu denken!

Nun werden die Lager wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht, die Spule eingesetzt und siehe da - ICH HALTE EINE NEUE ROLLE IN HÄNDEN !! :D

Freespin vom Feinsten, butterweiche Kurbelumdrehungen, Smoothness pur! So kenne ich das von meinen Shimano Reels. Schnur drauf und ab ans Wasser!


Leute, was soll ich sagen? Die Chronarch 51E performt wie ich es von einer Shimano gewohnt bin, immer auf der sicheren Seite beim Werfen, keine Spur von zickigem Verhalten, ruhiges, meditatives Fischen. NUR SO, nicht anders...und das Design ist sowieso über alles erhaben. Wenn ihr also eine Rolle für Kleines sucht, TUT ES!!

Bis bald am Wasser!

Ciao LUKE
---